Transidenten in unterschiedlichsten Facetten


Ich stelle immer wieder fest, dass es Transsexuelle oder intersexuelle Menschen in unterschiedlichen Definitionen gibt. Ursprünglich habe ich gedacht das Transidenten dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet sein wollen, da sie dieses so empfinden und leben möchten. Aber das scheint scheinbar nicht immer der Fall zu sein. Ich habe Transfrauen kennengelernt deren es nicht darauf ankam als Frau wahrgenommen zu werden. Sprich, diese Transfrauen sind ganz normal männlich gekleidet vor die Tür gegangen oder haben sich bewusst maskulin in Damenkleidern bewegt.

Grundsätzlich finde ich das nicht schlimm, da jeder das natürlich machen darf was er möchte und wie er sich am wohlsten fühlt. Allerdings sind dies nicht die Transidenten wo ich persönlich mich mit identifizieren kann. Ich persönlich bin eine Frau, bewege mich wie eine Frau, rede wie eine Frau und fühle wie eine Frau. Das sind aus meiner Sicht wichtige Faktoren um auch von der Außenwelt als Frau wahrgenommen zu werden. Mir persönlich kommt es nicht nur darauf an, dass ich in meiner Geburtsurkunde oder in meinem Personalausweis, Führerschein etc. meinen Namen und auch das weibliche Geschlecht stehen habe, sondern mir kommt es vielmehr darauf an dass mich meine Umwelt auch als „stinknormale Frau“ wahrnimmt.

Und genau für solche Transidenten, ob männlich oder weiblich, möchte ich mich einsetzen und zeigen dass wir nichts anderes sind wie jede andere Frau auch. Wie gesagt, es darf natürlich jeder das machen was er/sie/es möchte. Aber Dinge die ich unterstütze und für gut finde, dass sind Dinge wo ich mich persönlich auch wieder finde. Wenn sich jemand dafür einsetzt, dass er in der Gesellschaft als Frau wahrgenommen wird, mit einem Vollbart, dann ist das vollkommen in Ordnung. Aber diesen Kampf muss er/sie/es selber führen oder mit Gleichgesinnten, die sich als transidenten Frauen oder Männer bezeichnen. Ich bekenne mich ganz klar zur Weiblichkeit und deren Attribute und da gehört nach meinem Empfinden kein Bart hinein oder sonstiges männliches dergleichen. Das gleiche gilt natürlich auch im umgekehrten Fall bei transidenten Männern oder intersexuellen.

Leider habe ich auch schon erfahren müssen, wenn ich diese Meinung vertrete, dass ich gewisse Anfeindungen von transidenten Menschen entgegen gebracht bekam. Dies finde ich sehr schade! Denn wenn man im Einklang unterschiedlicher Facetten leben möchte, muss man auch unterschiedliche Meinungen tolerieren und akzeptieren ohne sich gegenseitig anzufeinden oder gar unhöflich zueinander sein.

Genauso wenig wie jede Frau oder Mann, ist auch ein Trans-ident nicht gleich wie jeder andere. Nicht jeder Mann spiegelt sich bei jedem Mann wieder, oder gar jede Frau findet sich auch nicht bei jeder Frau wieder. Auch dort gibt es unterschiedliche Facetten die in unserer Welt erlaubt sein dürfen und müssen. Genauso ist es bei Transgendern. Nur weil ich eine Transgenderfrau bin, bin ich wahrlich nicht wie jeder andere Transgenderfrau. Ich persönlich finde mich nicht bei Transgendern wieder, sondern bei Frauen die bewusst und gerne wie biologische Frauen leben.

Denn ich bin eine ganz normale Frau!

Um um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden, habe ich die Erfahrung gemach, dass man mit wenig Tamtam das meiste erreicht. Für mich war klar das mein Erscheinungsbild einer Frau entsprechen muss und ich es auch intensiv lernen muss mich so zu bewegen und auch zu reden. Ich kann heute sagen, dass ich mit dieser Vorgehensweise auf Akzeptanz gestoßen bin und heute ein ganz normales Leben lebe wie jede andere Frau auch. Der Weg dahin war natürlich auch holprig, aber ich habe dafür nichts gekämpft, sondern mich ganz normal in meinem sozialen Umfeld bewegt. Und damit habe ich mehr erreicht als zu kämpfen für das was ich bin.

Das was für mich bei allem Tun wichtig ist, ist das Arbeiten an sich selbst.

Denn allzu einfach ist es wenn man sagt, andere müssen und ich muss gar nichts. Denn nicht die Gesellschaft muss daran arbeiten verschiedene Facetten zu akzeptieren, sondern jeder einzelne muss die Normalität des Seins selbst in die Hand nehmen. Um Gesetzesgrundlagen durchgesetzt zu bekommen bedarf es öffentliche Einrichtungen, Vereine usw.. Doch alles andere kann jeder einzelne in seinem eigenen Umfeld in die Hand nehmen.

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Verfasst von

Ich bin Hannah und warum blogge ich? Meine Vergangenheit hat tiefe Spuren hinterlassen und zu einem Zusammenbruch geführt. Bloggen hilft mir mich davon abzulenken. Ich schöpfe aus meinem bloggen Energie und Freude. Es ist für mich nicht einfach mich auf Texte zu konzentrieren und diese zu schreiben, aber dennoch mache ich es und bloggen ist zu meinem Hobby geworden. Gott sei Dank gibt es heute die Spracheingabe und es fällt mir somit viel leichter Texte zu schreiben, da die Konzentration bei mir schnell abfällt. Wie gesagt, mein Bloggen hat keinen tiefgreifenden Hintergrund, sondern einfach nur meinen Alltag. Das hilft mir bei der Bewältigung meines Erlebten und bringt mir ein stückweit Lebensfreude.

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