Als Trans-ident fühlt man sich immer beobachtet


Als Transident fühlt man sich irgendwie immer beobachtet. Ich habe mittlerweile mit vielen transgender Frauen gesprochen. Die meisten haben mir das bestätigt was mir selbst auch immer wieder auffällt. Man fühlt sich immer wieder beobachtet. Wenn man von fremden Menschen angeschaut wird, hat man immer das Gefühl stimmt irgendwas nicht mit mir! Liegt es daran dass die Person es gemerkt hat dass ich eine transgender Frau bin, oder werde ich nur angeschaut weil mich die Personen interessant findet, eventuell hübsch. Diese Dinge greifen immer durch den Kopf und nagen an der eigenen Kraft. Es ist zum Teil kräftezehrend dieses Leben zu führen. Schließlich waren die Jahre vorher ja auch schon sehr ermüdend und kräftezehrend. Und wenn man glaubt das ändert sich irgendwann, wird man wahrscheinlich vom Irrglaube geleitet. Das verfolgt mich immer wieder. Es wird natürlich auch hinter dem Rücken sehr viel getuschelt und es kommt immer wieder vor, dass ich irgendwann und irgendwo mal angesprochen werde, wo es auf einmal heißt: „Du eine Freundin oder ein Freund hat mir erzählt….“ man könnte meinen es müsste irgendwann doch mal gut sein und Schluss mit der Fragenstellerei!

Aber nein irgendwo wird man immer wieder mal an gequatscht. Dabei ist es doch gar nichts ungewöhnliches oder interessantes.Ich quatsch doch auch nicht ein Mann oder eine Frau an und sage: „Du wie ist das denn so in deinem Leben?“ mein Leben ist bestimmt nicht ungewöhnlich, sondern normal wie bei jedem anderen Menschen auch, wenn nicht immer so dusselig gequatscht würde. Die Leute selbst machen so ein Hype daraus, dass ich eine Transgenderfrau bin.

Das Beste ist immer wenn es heißt: „Du ich habe da kein Problem mit ich kann damit umgehen.“ Nun mal ehrlich warum sollte man ein Problem damit haben? Und warum soll man nicht damit umgehen können. Ich kann da auch damit umgehen wenn jemand zu mir sagt ich bin ein Mann oder ich bin eine Frau. Na da würde ich die Leute gerne mal sehen, wenn ich sagen würde: „Oh Gott es ist ein gebürtiger Mann 😂. Aber kein Problem ich kann damit umgehen 😂😂🙈.“ Ich glaube da würde ich blöd angeguckt werden und das zurecht! Deshalb ist es mir auch gestattet dass ich genauso blöd gucke wenn ich solche dummen Sätze gesagt bekomme. Ich bin Hannah und ein ganz normaler Mensch. Entweder mag man mich oder nicht aber was gibt es damit umzugehen?

Mittlerweile kann ich mir schon ein Stück weit amüsieren über die Naivität mancher Leute. Das wäre das gleiche als wenn ich zu einem Blinden sag, kein Problem ich kann damit umgehen. Wahrscheinlich würde der Blinde – Arschl*** – zu mir sagen und weitergehen. Und nein ich habe mir das nicht selber ausgesucht. Als Transfrau oder als Transmann wird man geboren. Manche glauben ja wirklich ich hätte mir das so ausgesucht. Allen Ernstes, sowas sucht man sich nicht aus. Die geschlechtsangleichenden Operationen sind extrem schmerzhaft oftmals über Monate. Das macht kein Mensch aus Jux und Dollerei. Diese Schmerzen nimmt ein normaler Mensch nur dann auf sich, wenn der Leidensdruck vorher schon extrem groß ist. Mittlerweile habe ich natürlich das Selbstbewusstsein das wenn mir danach ist ich diese Dummgaffer auch mal direkt ansprechen. In der Regel sind sie dann irritiert und er schüchtern. Das liegt in der Regel daran, dass die meisten Menschen sich stark beim tuscheln hinter dem Rücken fühlen, aber im direkten Gespräch eher an Stärke versagen. In meinem Bekanntenkreis bin ich die einzigste Transfrau und für die Männer bin ich da genauso akzeptiert wie jeder andere Frau auch. Und mir haben auch schon so viele Männer gesagt, wie gerne sie es hätten wenn ihre Frauen genauso wären wie ich. Das ist ein entscheidender Vorteil wenn man mit dem falschen Geschlecht aufwächst bzw erzogen wird. Man ist nicht so empfindlich wie viele andere Frauen es sind. Ich unterhalte mich lieber über Fußball als über irgendwelche Waschmittel. Das kommt bei den Männern viel besser an. Ja es gibt auch viele Vorteile die eine Transfrau hat…

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Verfasst von

Ich bin Hannah und warum blogge ich? Meine Vergangenheit hat tiefe Spuren hinterlassen und zu einem Zusammenbruch geführt. Bloggen hilft mir mich davon abzulenken. Ich schöpfe aus meinem bloggen Energie und Freude. Es ist für mich nicht einfach mich auf Texte zu konzentrieren und diese zu schreiben, aber dennoch mache ich es und bloggen ist zu meinem Hobby geworden. Gott sei Dank gibt es heute die Spracheingabe und es fällt mir somit viel leichter Texte zu schreiben, da die Konzentration bei mir schnell abfällt. Wie gesagt, mein Bloggen hat keinen tiefgreifenden Hintergrund, sondern einfach nur meinen Alltag. Das hilft mir bei der Bewältigung meines Erlebten und bringt mir ein stückweit Lebensfreude.

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