Frühstück mit einer Transfrau


Gestern war ich mit einer Transfrau frühstücken. Es waren sehr angenehme Gespräche die wir geführt haben. Vier Stunden haben wir uns unterhalten und über Erfahrungen aus dem Bereich transsexualität gesprochen. Das interessante war, dass wir identische Einstellungen haben wie wir transsexualität definieren. Es gibt nur wenige transgender die ich auch wirklich aus Transgender oder wie man früher dachte als Transfrauen oder Transmänner definiere. Aber die Transmänner möchte ich außen vor halten weil mein Thema mehr die Transfrau ist.

Transmänner, also Frauen die nun als Mann leben und sich auch körperlich so verändern, fallen in der Regel weniger auf als Transfrauen. Was liegt daran dass Transmänner einen Stimmbruch bekommen Körperbehaarung und Bartwuchs und optisch daher sehr unauffällig sind. Zudem gibt es relativ viele kleine Männer. Das sieht bei Transfrauen natürlich ganz anders aus. Oftmals sind sie groß und haben eine tiefe Stimme. Allein diese Erscheinung ist schon auffälliger. Natürlich kann man an der Stimme ein Stück weit arbeiten und wenn man sich bemüht und mit einem Logopäden zusammen arbeitet, kommt man in den sogenannten Transgender neutralen Bereich. Das heißt das die Stimme nicht mehr eindeutig einem Mann oder einer Frau zuzuordnen ist. Es gibt viele Frauen mit einer tieferem Stimme. Ich habe es mittlerweile geschafft dass meine Stimme auch am Telefon, wo man mich nicht sieht, als Frau wahrgenommen zu werden.

Viele transsexuelle Frauen kleiden sich völlig unangemessen zu ihrem Äußeren. Das macht sich dadurch extrem auffällig. Und damit meine ich, dass sie oftmals in Kleidern herumlaufen und gehst noch gar nicht zu ihrem Äußeren passt. Frausein definiert sich nicht durch ein Kleid.aber fehlen Transfrauen glauben wenn wir einen Kleid an haben werden sie weiblich. Manchmal habe ich persönlich das Gefühl dass einige er einen Fetisch haben und nicht transsexuell sind. Es gibt ganz viele genderneutrale Kleidung die Frauen anziehen können. Das macht in der Anfangsphase nach meinen Erfahrungen viel mehr Sinn und man bewegt sich wesentlich unauffälliger. Ich habe auch bis jetzt keine transsexuelle Frau kennengelernt die mir gesagt hat, dass es ihr Freude macht angegafft zu werden. Da frage ich mich natürlich warum muss es direkt ein Kleid sein und nicht einfach eine schöne Damen Jeans. Ich nehme schon bei diesen Transgender treffen nicht mehr teil, weil selbst ich mir dabei vorkomme wie auf einen Transvestiten Ball. Das hören Transgender Frauen überhaupt nicht gerne. Aber die wenigsten geben sich wirklich Mühe, wie eine Frau sich zu bewegen, oder zu reden und sich auch so zu benehmen. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass es ein langer Weg ist mit sehr viel harter Arbeit an dich selbst, verbunden mit einer täglichen Disziplin, um am Ende nicht nur auf dem Papier sondern auch als Person als Frau wahrgenommen wird. Einige Transfrauen verwechseln da immer was, und machen es sich dabei etwas einfach indem sie sagen, ja die Gesellschaft muss mich halt so nehmen wie ich bin. Ich sage nein, die Gesellschaft muss gar nichts ich muss! Das mögen transmenschen überhaupt nicht gerne wenn ich so etwas schreibe aber es ist die Wahrheit. Nach meiner Erfahrung kann ich sagen wenn man diese Disziplin einhält wird man irgendwann automatisch von der Gesellschaft akzeptiert.

Für alle die gegen den Strom schwimmen wollen wünsche ich ein gutes durchhaltevermögen aber das ist absolut nicht meine Baustelle!

Das hört sich alles ein Stück weit brutal an was ich hier schreibe aber ich glaube das ist sich dabei einige Transfrauen zu einfach machen. Dafür war auch mein Weg viel zu hart und ich fühle mich dabei in den Hintern getreten, von jenen Transfrauen die immer sagen, die Gesellschaft muss mich so akzeptieren wie ich bin. Und zudem an sich überhaupt keine Anstrengung an den Tag legen als Frau sich zu bewegen zu reden usw.. Viel zu schnell wird von diesem Frauen gesagt, gerade wir müssen zusammenhalten.

Ich meine Zusammenhalt muss verdient werden und ist kein Privileg nur weil man ein Transgender ist. Eine biologische Frau braucht fast zwei Jahrzehnte vom Kind zur reifen Frau heran zu wachsen. Und das sollte eigentlich auch jeder transidenten Frau klar sein dass es bei ihr auch ein langer Reifungsprozess ist. Transfrauen die am Anfang ihrer Entwicklung stehen, haben auch eine Verantwortung gegenüber transmenschen die ihre Entwicklung bereits abgeschlossen haben. Damit meine ich, dass diese Frauen sich auch überlegen müssen dass durch ihr Tuen das Thema nicht zur Belustigung beiträgt.

Ich habe z.b. eine Transfrau kennengelernt, welche im Rock oder auch im Kleid sich in der Öffentlichkeit zeigt, zudem mit Glatze und zudem unrasiert durch den Tag geht. Davon distanziere ich mich ausdrücklich. Das sind die Frauen die gegen die Strömung schwimmen und das können sie gerne ohne mich machen. Das ist eine Weile dauert bis die Transfrauen ihre Bart Epilation abgeschlossen haben ist mir klar. Aber bis dahin greift man zum Rasierer. Und eine Transfrau die das nicht macht ist nach meiner Vorstellung nicht wirklich eine Frau. Ich kenne keine biologische Frau die sich gerne einen Bart wünscht und mit Haaren an den Beinen oder gar im Gesicht durch die Öffentlichkeit geht. Selbst biologische Frauen die das machen sind in der Minderheit und werden eher beschmunzelt. Und im Kleid mit Glatze geht nach meinem Geschmack überhaupt nicht. Es gibt heute schon tolle relativ günstige Perücken und bevor man in ein Kleid investiert, sollte man lieber in diese Accessoires investieren.

Ich glaube ja mittlerweile, dass es unter den transidenten Menschen auch unterschiedliche Gruppierungen gibt. Trans-ident ist nicht gleich Transident. Es gibt ja einige Selbsthilfegruppen oder sonstige Institutionen wo sich Transgender treffen können um Erfahrungen auszutauschen und über ihr Erlebtes reden können. Ich glaube das auch da auf Dauer unterschiedliche Gruppenangebote geben muss. Die meisten Transgender Frauen die ich kenne und ihren Weg so konsequent gehen wie ich es gegangen bin, haben diese Gruppen schnell wieder verlassen. Das lag daran dass diese Frauen oder ich mich in diesen Gruppen nicht wiedergefunden habe. Trotzdem ist es für viele eine gute Anlaufstelle die in der Regel kostenlos genutzt werden kann. Solche Anlaufstellen kann jeder in seiner Region googeln unter dem Begriff Selbsthilfegruppen. Es ist auch ganz interessant mal hinzugehen alleine schon um mal festzustellen wo man selbst steht. Wann findet dabei ganz schnell heraus, ob die Selbsthilfegruppe einem selbst weiterbringt.

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Verfasst von

Ich bin Hannah und warum blogge ich? Meine Vergangenheit hat tiefe Spuren hinterlassen und zu einem Zusammenbruch geführt. Bloggen hilft mir mich davon abzulenken. Ich schöpfe aus meinem bloggen Energie und Freude. Es ist für mich nicht einfach mich auf Texte zu konzentrieren und diese zu schreiben, aber dennoch mache ich es und bloggen ist zu meinem Hobby geworden. Gott sei Dank gibt es heute die Spracheingabe und es fällt mir somit viel leichter Texte zu schreiben, da die Konzentration bei mir schnell abfällt. Wie gesagt, mein Bloggen hat keinen tiefgreifenden Hintergrund, sondern einfach nur meinen Alltag. Das hilft mir bei der Bewältigung meines Erlebten und bringt mir ein stückweit Lebensfreude.

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